Es war einer dieser frühen Frühlingstage Anfang März, an denen die Sonne zum ersten Mal wieder Mut fasst. Auf meinem Balkon wurde es mittags schon warm, die Vögel zwitscherten, und für einen Moment fühlte es sich an, als wäre ich wieder in Manerba del Garda – dort, wo der See Anfang März noch schläft, aber das Licht schon tanzt. Ich hatte gerade den ersten frischen Bärlauch des Jahres in den Händen, dieses leuchtende Grün, das nach Neubeginn duftet.
Mit dem Bärlauch erwacht auch die Natur
Bärlauch ist für mich der Inbegriff des Frühlings. Er kündigt an, dass die Erde wieder lebt, dass es weitergeht – auch dann, wenn das Leben selbst kurz stillzustehen scheint. Ich hatte dieses Rezept bereits vor Wochen gemacht, direkt mit dem allerersten Bärlauch. Doch dann wurde es in meiner Welt leiser, die reguläre Gardaseereise gecancelt bevor es dann richtig still bei mir wurde. Jetzt, Wochen später, hole ich es hier auf dem Blog nach – und vielleicht schmeckt es gerade deshalb noch ein bisschen intensiver.

Ein guter Teig braucht nicht nur Hände, sondern auch Herz
Ich erinnere mich, wie ich den Teig knetete, das Ei ins Mehl schlug und ein wenig Weißwein dazu gab – ein kleiner Tropfen, der große Wirkung zeigt. Der Wein macht den Teig geschmeidig, verleiht ihm eine feine, elegante Note. Genauso wie es die Nonnas schon vor unzähligen Jahren mit einem Zwinkern machen. Denn ein guter Teig braucht nicht nur Hände, sondern auch Herz. Und genau das ist es, was ich an der Pastaherstellung so liebe – dieses Handwerk, das Geduld, Gefühl und Hingabe verlangt.


Gorgonzola ist der charakterstarke Partner für Bärlauch
Für die Füllung habe ich Gorgonzola Dolce gewählt, cremig, mild und doch charakterstark. Zusammen mit cremigen Mascarpone wird daraus eine samtige Mischung, die sich beim ersten Schnitt durch das Triangolo wie ein kleines Geheimnis offenbart. Zart schmelzend und himmlisch. Ein paar gehackte Walnüsse bringen Biss und Tiefe – und wenn die Triangoli dann in der duftenden Bärlauchbutter geschwenkt werden, entsteht dieser Moment, in dem alles stimmt und das Grinsen im Gesicht breit wird.
Eine alte Pastasorte mit Pfiff: Triangoli
Triangoli gehören zu den ältesten gefüllten Pastasorten Norditaliens, besonders in der Lombardei und der Emilia Romagna. Früher waren sie einfache Hausfrauenküche – heute sind sie kleine Kunstwerke, die mit jeder Falte, jeder Kante und einer besonderen Füllung eine Geschichte erzählen. Ich habe meine Triangoli auf dem Balkon geformt, mit ruhigen Händen und einem Lächeln. Heute blicke ich etwas wehmütig an diesen Moment zurück, an dem meine Welt noch in Ordnung war.
Vielleicht ist das das Schönste an der Pasta: Sie verbindet. Orte, Erinnerungen, Menschen – und manchmal auch uns selbst mit dem Leben. Also: Wein einschenken, Schürze umbinden, und loslegen. Der Frühling wartet nicht und der Bärlauch verschwindet bald wieder in den Winterschlaf.

Handgemachte Triangoli mit Gorgonzola-Mascarponefüllung in Bärlauchbutter
Schwierigkeit: Einfach1
Portionen1
Stunde10
Minuten7
MinutenEntdecke mit dem Rezept für handgemachte Triangoli mit einer cremig-schmelzender Gorgonzolafüllung in Bärlauchbutter geschwenkt den Inbegriff von Frühling.
Zutaten
- Für den Pastateig:
70 g Weichweizenmehl Typ 00 (alternativ deutsches Mehl 405), 40 g Semola, ein Ei Größe M, Prise Salz, Schuss Olivenöl und einen großen Schuss Weißwein
- Für die Füllung:
50 g Gorgonzola 5DOP Dolce, 50 g Mascarpone, zirka vier bis 5 Wallnusshälften
- Für die Bärlauchbutter:
20 g Butter und eine Handvoll Bärlauch,
Und so geht es
- Die beiden Mehle für den Pastateig mischen, auf einem Pastabrett aufhäufen, Salz, Ei und Olivenöl in die Mehlmulde geben und einen großen Schluck Weißwein ergänzen. Mit einer Gabel die Füssigkeiten gut verquirlen. Nach und nach das Mehl einarbeiten und zu einem glatten, geschmeidigen Teig rund 10 Minuten kneten. Den Teig zu einer Kugel formen und ca. 30 Minuten in Frischhaltefolie ruhen lassen.



- Für die Füllung Gorgonzola zerbröseln und mit Zimmerwarmen Mascarpone cremig aufschlagen. Walnüsse hineinreiben und noch einmal alles mischen.

- Den Pastateig nach dem Ruhen dünn ausrollen und in Quadrate von rund 7 cm schneiden oder mit einem Raviolistempel ausstechen. In die Mitte einen Teelöffel Füllung geben und zu einem Dreieick falten. Die Ränder sehr gut andrücken. Nach Belieben mit einem Cutter verzieren.




- Wasser für die Pasta mit Meersalz zum Kochen bringen. Triangoli benötigen rund vier Minuten Kochzeit. Die Butter in einer heißen Pfanne schmelzen. Während dessen den Bärlauch mit einem feuchten Tuch reinigen und sehr fein hacken. In die leicht angebräunte Butter einen großen Löffel Pastakochwasser geben und kurz einreduzieren bis es cremig wird. Den Herd ausschalten. Den Bärlauch hinzufügen und gut durchschwenken. Die fertigen Triangoli in die Pfanne geben, mischen und auf dem Teller servieren.


Bevor Du nun in die Küche gehst:
Wenn Du Bärlauchfan bist, darfst Du dieses Rezept für zweifarbige Bärlauch Tagliatelle nicht verpassen. Oder fülle Deine Ravioli mit Bärlauch wie in diesem Rezept.

Hast Du Lust richtig gute Pasta von Hand zu lernen? Möchtest Du wissen, worauf Du beim Pastateig machen achten solltest, Deinen bisherigen Teig besser machen oder neue Formen lernen? Dann komme in meine Pastaworkshops. Ich freue mich auf Dich. Stöbere gleich hier in den nächsten Kursen.
Oder gönne Dir Dein Pastaerlebnis zu Haus und reise mit meinen Pastabüchern nach Italien.
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