Hast du Lust auf einen Ausflug an die ligurische Küste? Ich zeige dir heute das wunderschöne Portovenere. Azurblaues Meer, glitzernde Sonnenstrahlen auf dem Wasser, bunte, schmale Häuser, enge Gassen, eine lange Ufer-Promenade, frische Pasta und ebenso frisches Pesto alla Genovese, ligurischer Wein und Fisch, geschichtsträchtige Gebäude und Legenden und nicht zuletzt die vorgelagerten Inseln zum Wandern und Baden – das alles erwartet dich in dem 3.500 Einwohnerort direkt an der Landspitze zwischen La Spezia und den Cinque Terre.

Portovenere – der Hafen der Venus. Allein der Name lädt zum Träumen und Schwärmen ein. Wer einmal dort war weiß, dass hier die Träume wahr werden. Der kleine Ort gehört mit seinen Inseln Palmaria, Tino und Tinetto ebenso wie die nahen Cinque Terre zum Weltkulturerbe der UNESCO. Direkt bei der Ankunft begleitet dich die seichte Meeresbrise beim Flanieren entlang der Promenade. Der Blick auf die Stadtseite verzaubert dich mit seinen farbenfrohen Häusern, die sich wie eine Festung gegenüber dem Meer aufbauen. Die im Erdgeschoss jeweils verorteten Cafes, Gelaterien und Restaurants laden dich zur einer Pause ein. Schau dir bei einem Glas Vino oder einem Teller des besten, frischen Pestos die vorüberschlendernden Besucher an. Beobachte, wie Boote an- und ablegen, die Gäste über die Stege einsteigen oder die kleinen Boote sich einfach seicht an den Wellen im Hafen anschmiegen. Bummel direkt durch die engen, kleinen Altstadtgassen, die dir nicht nur Schatten spenden sondern auch viele, kleine, traditionelle Geschäfte, die dir nicht nur 0/8/15 Souvenirkitsch anbieten sondern ligurische, handgemachte Feinheiten. Probiere ein wirklich frisches Pesto, wie du es noch nie vorher gegessen hast, quatsche in der kleinen Feinkostboutique beim Kauf von Wein und Aufstrichen mit der Ladenbesitzerin, stöbere durch die kleine und feinen Modeboutiquen und lasse dich zu luftiger, schicker italienischer Mode inspirieren um danach die Treppen hoch zur Kirche San Lorenzo und weiter auf den Pfad oberhalb der Grotta del Byron zu steigen und einen traumhaften Ausblick auf die Felsformation und die beeindruckende Kirche San Pietro auf der Felsspitze von Portovenere zu erleben.

Portovenere
Die Promenade mit den farbenfrohen Häusern lädt zum bummeln und einkehren ein.
Portovenere
Viele wunderbare Geschäfte warten auf deinen Besuch.
Portovenere
Kleine, gemütliche und mit Liebe geführte Läden bieten die Gassen
Portovenere
Der Vorhang ist aus Pasta 🙂

Lord Byron grüßt

Da diesen Weg hinter der Kirche viele der Besucher nicht gehen, hatte ich eine einsame Zeit und Ruhe dort, die ich mit dem herrlichen Ausblick und meinem Buch eine Weile genossen habe, direkt sozusagen auf der Grotte del Byron sitzend, während um Boot um Boot vorbeizieht und man das trubelige Treiben gegenüber auf dem Felsstrand von San Pietro und der Kirche selbst mit seinen vielen Besuchern, die alle den Blick auf die berühmte Grotte richten, beobachten kann. Ich hing also genauso wie Lord Byron meinen Tagträumen nach, bei dem Gedanken daran spüre ich leichte Gänsehaus. Nach so viel Träumen und Ruhe stürze ich mich dann in genau diesen Trubel, steige die Stufen hinab und bummel den Weg entlang zu der wirklich beeindruckenden Kirche San Pietro. Diese eher burgähnliche Kirche mit seiner in schwarzen und weißen Steinblöcken gehalten Fassade stammt aus dem 13. Jahrhundert und liegt direkt an einer sehr strategischen Position, nämlich der Felsspitze der Einfahrt zum Golf der Poeten. An dieser Stelle hat der für den Ortsnamen stehenden Tempel der Venus sich einst befunden. Aber nicht nur diese außergewöhnliche Bauweise und Fassade haben mich gefesselt sondern die zwei Fußballtore und spielenden Kinder auf dem Platz neben dem Turm. So viel aktuelles Leben in dieser sogeschichtsträchtigen Kulisse – ein emotionales Zusammenspiel für mich. Eine Art Galerie, die gleichzeitig der Zugang zum Felsstrand ist, gibt den Blick frei auf die Grotta del Byron. Der berühmte Dichter Lord Byron soll hier der Legende nach seinen Tagträumen nachgehangen und Inspiration für seine Werke erhalten haben und ist so einer Namensgeber des Golf der Poeten.

Portovenere
Die Kirche San Lorenzo
Portovenere
Beeindruckend tront die Kirche San Pietro auf der Felsspitze
Portovenere
Oberhalb der Grotta del Byron ist der Blick phantastisch …
Portovenere
… auch auf das offene Meer und die Steilküste
Portovenere
Vor dem Foto spielten hier wirklich ein paar Kinder Fußball.
Portovenere
Die Grotta del Byron

Die Insel Palmaria bietet spektakuläre Grotten und Ruhe zum Wandern

Zurück an der Promenade ist jetzt die Zeit für ein echtes Gelato und ein Blick auf Palmaria. Die Insel ist ausschließlich mit dem Boot zu erreichen. Wer genügend Zeit mitbringen kann, sollte diese auf jeden Fall für einen Ausflug nach Palmaria nutzen und eine Inselrundfahrt mit dem Boot buchen. Zahlreiche phantastische Grotten hat Palmaria zu bieten und gibt den Blick nur vom Boot aus frei. Auf der unbewohnten Insel selbst locken herrliche Wanderungen oder ruhige Badestrände die Tagesgäste.

Diese Zeit habe ich an diesem Tag nicht und der Ausflug steht schon auf meiner Ligurien-Bucketliste. Ich erfrische mich an einem der ewig langen Strandstrände bevor ich mich von diesem Traumort und von diesem Traumtag verabschiede.

Portovenere
Rechts ist Portovenere und direkt vor uns die Insel Palmaria
Portovenere
Der Golf ist voll mit unzähligen Booten
Portovenere
Seicht wiegen sich die kleinen Boote in den Wellen vor Palmaria

Ein Ausflug nach Portovenere lohnt auf jeden Fall, egal ob Sightseeing, wandern, baden, die Kulinarik geniessen, Boot fahren oder einfach nur an der Promenade zu relaxen. Einen kurzen Überblick oder Einblick in das unwiderstehliche Portovenere kann man in zwei Stunden bekommen, ein ganzer Tag lohnt aber wirklich. Für Wander- und Radliebhaber gibt es dazu rund um Portovenere zahlreiche traumhafte Touren.

Um es mit den Worten des Lord Byron zu sagen: „Wer Freude genießen will, muss sie teilen. Das Glück wurde als Zwilling geboren“. Und so teile ich meine Freude für Portovenere mit dir.

Portovenere
Schmale, romantische Gassen warten darauf entdeckt zu werden.
Portovenere
Hausnummern und Straßenschilder sind hier viel schöner als zu Hause.

Die Anreise:

Portovenere gehört nicht zu den Cinque Terre und ist auch nicht an das Zugnetz angebunden. Eine Anreise ist per Fuß, Fahrrad, Bus, Schiff oder Auto möglich.

Wanderungen von Riomaggiore oder La Spezia bietet dir beispielsweise die Website zu den Cinque Terre: https://www.cinqueterre.eu.com/de/wanderwege, sind aber natürlich auch über Portale wie https://www.outdooractive.com zu finden. Die wunderschöne Wanderung von Riomaggiore ist lohnenswert, benötigt aber rund 5 Stunden Zeitbudget.

Die Anfahrtsmöglichkeit per Bus von La Spezia aus ist am Besten beschrieben auf diesem Portal. https://www.rome2rio.com/de/s/La-Spezia/Portovenere . Mit rund 2 Euro ist dies auch eine wirklich günstige, schnelle Möglichkeit, der Busstop ist auch nicht schwer zu finden.

Von La Spezia aus oder den Dörfern von Cinque Terre verkehren Schiffe nach Portovenere. An meinem Ausflugstag ist die Fähre vom Hafen La Spezia leider nicht gefahren, da auf Grund von Corona die Fährzeiten eingeschränkt waren und nicht genügend Passagiere kamen. Aber ich denke, das Angebot wird inzwischen schon wieder stabil laufen.

Eine Anreise ist auch mit dem Auto von La Spezia möglich und schnell zu erreichen. Allerdings ist Portovenere für Autos gesperrt. Direkt am Ortseingang gibt es einen großen gebührendpflichtigen Parkplatz, der in der Saison stark frequentiert wird. Wer morgens früh unterwegs ist, wird hier einen Stellplatz finden. Ab 10/ 11 Uhr wird es dann jedoch eng bis unmöglich. Kleine persönliche Geschichte dazu: Ich war morgens kurz vor 10 Uhr da und habe einen eigentlich guten Parkplatz erhalten. Als ich nachmittags zurück haben mir die Italiener gezeigt, wie man platzsparend parkt: Beide Seiten waren tatsächlich so eingeparkt, dass die Türen nur wenige Zentimeter bis zur Türverkleidung zu öffnen waren. Auch als wirklich sehr schlanker Mensch passte der Hintern nicht durch die Tür. Da hilft es ein Auto zu fahren, bei dem man die Fensterscheiben via Schlüsselfernbedienung herunterlassen kann. Alternativ wäre natürlich auch der Einstieg über den Kofferraum noch möglich gewesen.