Europa und eine Reise mit dem Auto sind auch in diesem Sommer ganz weit oben bei den Reisemöglichkeiten. Losfahren und flexibel bleiben, sich beim Gepäck nicht auf Kilo oder Größe beschränken sondern einfach den Kofferraum auf machen und einpacken, worauf man Lust hat (und auch während der Reise einkaufen zu können was man möchte 😉 ) klingt doch auch einfach verlockend. Gepaart mit La Dolce Vita und Europas schönstem Urlaubsland wird es perfekt. Doch wie funktioniert das eigentlich mit dem Auto in Italien? Gerade Alleinreisende schrecken die Unsicherheiten ab. Finde ich in Italien mit dem Auto alleine den Weg? Wie komme ich durch den Kreisverkehr? Wie funktioniert das auf der Autobahn eigentlich mit den Mautstellen oder auch das Tanken?  Das kann ich sehr gut verstehen. Mit ein paar Grundinfos ist das aber überhaupt kein Problem. Die gebe ich Dir in diesem Servicebeitrag mit an die Hand.

Ich hatte anfangs auch Bedenken, ob ich alleine mit dem Auto klarkomme. Alleine den Weg finden – auch mit Navi, kann schon anstrengend sein, aber vielleicht beim Tanken oder an der Mautstelle zu scheitern kann ebenfalls Stress auslösen. Zudem wußte ich ja um die italienische Fahrweise: Italiener sind impulsiv, lebensfroh, laut und emotional. Das gilt auch für das Autofahren. Dafür liebe ich dieses Volk, beim Autofahren, wenn alles quer durcheinander geht und gehupt wird und man als Fahrer selbst mittendrin ist, bringt es mir eher den Schweiß auf die Stirn. Aber genauso wie ich an das Fliegen und Reisen dran gegangen bin und durch Erfahrung quasi zum Profi wurde, ist es auch mit dem Auto. Ich überlege mir vorher, was macht mir Sorge oder gar Angst? Wie kann ich die mir nehmen? Meist ist es so: Es ist einfacher sich zurecht zu finden und auch auf Unwägbarkeiten zu reagieren, je informierter man ist. So geht es mir zumindest. Inzwischen gibt es unzählige wirklich gute Informationen im Internet. Angefangen bei den Tourismusseiten der jeweiligen Städte und Regionen, bei Reiseanbietern, bei Clubs wie dem ADAC oder auch von Reisebloggern. Mit diesen Infos gerüstet bin ich dann also los und Hand aufs Herzen: Es ist kein Problem.

Mit dem Auto in Italien
Und am Ende kommt das Meer 🙂
mit dem Auto nach Italien
Dolce Vita am Gardasee

Relax und genieße es

Natürlich habe ich etwas mal nicht gerafft oder mich blöd angestellt oder die Technik hat schlicht nicht funktioniert. Aber gescheitert bin ich nie. Mir macht es super viel Spaß in Italien die kurvigen Strecken entlang zu flitzen oder entspannt la Dolce Vita-Like auf einer Panoramastrecke am Meer entlang zu cruisen. Die Sonne scheint, die mediterrane Fauna am Straßenrand blüht, die Italo-Hits spielen im Radio, kann das Leben schöner sein? Die Innenstädte von großen Orten wie etwa Rom oder Bologna meide ich einfach. Da ich häufig nicht ganz touristisch und auch außerhalb der Hauptferien unterwegs bin, sind die Straßen auch gar nicht voll. Während sich am Gardaseeufer durchaus die Kolonnen bilden siehst Du auf Sardinien dafür kilometerlang überhaupt kein anderes Auto. Laut, impulsiv und stressig ist es wirklich nur in den großen Innenstädten und wie gesagt, die meide ich einfach. Auch wenn ich es auch dort vermutlich meistern würde, man muss sich ja nicht vorsätzlich im Urlaub stressen. Den Kreisverkehr habe ich inzwischen fast genauso drauf wie ein Italiener. Ganz wichtig ist: Ruhig bleiben und wenn man Hilfe braucht, fragen. Mir hat noch nie jemand Hilfe verweigert. Im Gegenteil, Italiener sind total herzliche und offene Menschen. Genauso wie sie Dich auch als Tourist mit offenen Armen und einem Lachen im Gesicht zu sich nach Hause in La Famiglia einladen und Willkommen heißen, sind sie auch sonst sehr hilfsbereit. Mache Dir auch keinen Kopf, was vielleicht gerade der hinter Dir Fahrende denkt.

Während auf den Autobahnen die Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h weitestgehend eingehalten wird (die Bußgelder sind hier richtig teuer), wird auf Landstraßen eher die Geschwindigkeiten als Empfehlung verstanden. Ich fahre inzwischen durchaus italienisch. Ich sehe jedoch im Dunkeln nicht so richtig gut, daher fahre ich beispielsweise auf unbekannten, kurvigen Strecken nachts auch nicht so spritzig italienisch – auch wenn ich den Verkehr aufhalten sollte, weil ich nur die erlaubten 70 km/h  fahre. Es kann Dir doch eigentlich auch egal sein, ob hinter Dir jemand denkt „die doofe deutsche Touristin“.

Kreisverkehr
Kreisverkehr ist in Italien üblich

Kreisverkehr – immer ein Erlebnis

Eine Herausforderung ist sicherlich der Kreisverkehr. Dieser ist in Italien üblich. Grundsätzlich fährst Du auf der Spur, auf der Du in den Kreisverkehr einfährst. Auf die äußere Kreisspur fährst Du, wenn Du ausfahren möchtest, sonst bleibst Du innen. Wem das aber zu stressig ist und wer Sorge hat, im engen, unübersichtlichen Kreisverkehr nicht auf die richtige Spur zu kommen, fährt einfach rechts auf der äußersten Spur ein, bleibt da und fährt entspannt aus, wann er möchte.  Wundere dich nicht, der Italiener fährt raus, wann er möchte. Das bedeutet auch, dass er kurzfristig von innen auf die Ausfahrt rüber zieht. Auch hier, einfach ruhig bleiben. Gerade beim Thema Kreisverkehr könnte ich Euch einige unterhaltsame Erlebnisse schildern und alle haben ein Happy End. Denn so lebensfroh in Italien durch die Kreisverkehre geflitzt wird, es geht alles gut.

Eine weitere Herausforderung ist die richtige Ausfahrt zu finden. Häufig stehen die Schilder dazu nur vor dem Kreisel und nicht mehr an der konkreten Ausfahrt. Auch das Navi kann bei dicht hintereinander liegenden Ausfahrten nicht immer helfen. Wenn Du Dir also nicht sicher bist, welche Ausfahrt Deine ist, fahre einfach noch eine Runde im Kreis und schaue noch mal auf das Schild bzw orientiere Dich. Das mache ich auch manchmal. Mit meiner Freundin sitze ich dann auch durchaus lachend im Auto, sie weiß schon, ich wollte ihr einfach den schönen Kreisel noch mal zeigen oder sicher gehen, dass sie auch alles gesehen hat.  Aber auch wenn Du falsch ausfährst ist das kein Grund in Stress auszuarten. Das Navi wird Dir helfen oder Du wendest einfach bei der nächsten Gelegenheit, egal wann die erst ist. Ähnliches gilt für die Autobahn. Manchmal sind hinter den Mautstellen Ausfahrten etwas unübersichtlich. Wenn Du merkst, Du bist auf die falsche Autobahn oder die falsche Ausfahrt gefahren, weiter fahren bis zur nächsten Gelegenheit der Abfahrt. Fahre noch mal in die Gegenrichtung zurück und noch mal auf.  Nimm den Umweg einfach mit Humor und ärgere Dich nicht.  

mit dem Auto nach Italien
Keine Seitenstreifen, Mittelstreifen und generell etwas knapp bemessen – Herzlich Willkommen in Italien

„Avanti, Avanti“

Apropos Humor: Bei meinem ersten Sardinienurlaub hatten meine Freundin und ich einen Mietwagen. Natürlich war das eine alte, kleine Gurke mit gefühlten 40 PS. Und natürlich bin ich gefahren. Ich kam aus einer kleinen Seitenschotterpiste namens Landstraße und wollte auf eine große, befestigte Landstraße einbiegen. Es ging leicht bergan (eigentlich kaum der Rede wert). Die Landstraße, in die ich einbiegen wollte kam dagegen bergabwärts. Von weit hinten sah ich einen alten, klapprigen (wirklich) Fiat Panda. Aus meiner Einschätzung war er einerseits weit genug für mich entfernt, weil er anderseits sicherlich nicht so schnell fahren kann. Leider vergas ich für den Moment mit welchem fahrbaren Untersatz ich unterwegs war.  Ich kam also nur sehr langsam auf die Landstraße während der Fiat Panda bergab etwas mehr Schwung hatte. Ich wurde also auf der Landstraße (Es kam kein Gegenverkehr) hupend von einem alten Italiener in einem ebenso alten Fiat Panda überholt. Natürlich passierte das mehr in Zeitlupe, weil der Panda auch nicht so unfassbar viel schneller war, aber gebremst wird eben nicht. Meine Freundin und ich konnten dadurch herrlich zusehen, wie er wild gestikulierend und schimpfend in seinem Auto saß. Auf Höhe der Fahrerseite kam dann auch ein ebenso lautes „Avanti, Avanti“ mit der entsprechenden Geste begleitend. Ich liebe solche Momente. Wir saßen lachend im Auto.

Kommen wir zu den Rahmeninfos:

Vignette Österreich/ Schweiz

Um von Deutschland nach Italien zu fahren musst Du entweder durch Österreich oder durch die Schweiz. In beiden Ländern sind die Autobahnen mautpflichtig, es gibt jedoch keine Mautstellen wie in Frankreich oder Italien sondern Vignetten. Diese musst Du vor der Auffahrt auf die Autobahn kaufen und auf die Windschutzscheibe kleben. Für die Schweiz gibt es nur eine Vignette, egal ob ihr nur einen Tag dort unterwegs seid oder das ganze Jahr. Sie gilt streng genommen für 14 Monate. Immer vom 1. Dezember des Vorjahres, das eigentliche Gültigkeitsjahr und den Januar noch des Folgejahres. Die Preise gehen je nach Fahrzeug. Ein PKW hat im letzten Jahr so um die 38 Euro gekostet. Für Österreich gibt es verschiedene Vignetten, beispielweise auch für 10 Tage. Ihr könnt sie im Vorfeld beispielsweise beim ADAC kaufen oder einfach an einer der Raststätten an der Autobahn, was ich empfehle. Auf Eurer Fahrt Richtung Süden seht ihr sehr frühzeitig die Hinweise auf die Vignettenpflicht und die Möglichkeiten an den Raststätten eine Vignette zu kaufen. Die letzte Möglichkeit ist jeweils an der Grenzüberfahrt und den dort jeweils angesiedelten Autobahnraststätten. Ihr müsst also nicht bei dem ersten Schild sofort rausfahren.  Da das Benzin in der Schweiz und in Italien teurer als in Deutschland ist, empfehle ich auf deutscher Seite vor der Grenze noch einmal den Tank zu füllen.

mit dem Auto nach Italien
Auf der Autobahn sind die Schilder in Italien grün.

Mautgebühren Italien und Mautstellen.

Auch die Autobahnen in Italien sind mautpflichtig. Ähnlich wie in Frankreich gibt es jedoch keine zentralen Vignetten sondern Mautabschnitte. Für Vielnutzer gibt es natürlich auch hier eine Jahreskarte, einen sogenannten Telepass. Als normaler Urlauber zahlt man einfach an der Mautstelle per Karte oder in bar. Das Prozedere ist ähnlich eines deutschen Parkhauses mit der Ein- und Ausfahrt und der Kasse. Du fährst auf der Autobahn bis eine Mautstelle kommt, ordnest dich dann in die richtige Spur an Hand der Beschilderung und fährst an das Kassenhäusschen bis zur Schranke vor.

Die Beschilderung ist klar und von weitem erkennbar. Achte zusätzlich noch darauf, dass die Ampel an der jeweiligen Spur auf Grün steht, denn nicht alle Spuren sind immer geöffnet. Der Preis richtet sich nach der Länge der Strecke, nach dem Fahrzeug und den Insassen. Das können also mal 2,20 Euro für einen PKW sein – zum Beispiel rund um Mailand und dann auch mal 22 Euro für eine längere Strecke Richtung Ligurien. Es gibt feste Abschnitte, da zahlt ihr direkt an der Schranke am Anfang der Mautstelle und es gibt Abschnitte, da zieht ihr ein Ticket am Schalter, fahrt durch die Schranke und bezahlt entweder am Ende der Mautregion oder wenn ihr vorher von der Autobahn ausfahrt. Wenn ihr an eine Mautstelle zum Bezahlen kommt ordnest du dich in die richtige Spur ein:

Gelbe Schilder sind Telepass (Also alle Fahrer mit Jahreskarte,, die an der Schranke automatisch erkannt wird), blaue Schilder sind Kreditkartenzahlung und weiße Schilder sind Barzahlung. Auf den Schildern selbst erkennt ihr auch das Icon dazu. Es gibt auch Kombischalter, bei denen mehrere Sachen gehen. Bei manchen Mautstellen seht ihr noch ein Icon eines Armes. Das bedeutet, dass zu den Geschäftszeiten tagsüber ein Mensch im Kassenhäusschen sitzt. In diesem Fall fährst du ran, der Kassierer sagt den Preis, du reichst das Geld, nimmst ggf das Wechselgeld und die Schranke öffnet sich. Die Automaten funktionieren ähnlich einem Parkhausautomaten. Du kannst die Sprache auswählen, er zeigt den Preis an. Wenn du vorher ein Ticket gezogen hattest, steckst Du das Ticket zunächst ein und siehst dann den Betrag. Entweder zahlst du mit der Kreditkarte (ohne Pin) oder mit Bargeld. Für eine Quittung drückst du noch den entsprechenden Knopf. Die Schranke öffnet sich und du fährst weiter. Wenn mal was außer Plan läuft, bewahre auch hier Ruhe.

mit dem Auto nach Italien
Mein Navi wiess dies als normale Straße aus….

Niente problemi

Als ich von La Spezia in Ligurien nach Bologna fuhr, reihte ich mich an der Mautstelle hinter einem Motorrad ein. Es war eine Mautstelle, bei der man erst ein Ticket zieht. Der Motorradfahrer zog also sein Ticket, die Schranke ging auf, der Motorradfahrer fuhr los. Nun ging die Schranke aber nicht wieder zu und es kam kein Ticket raus (die werden immer automatisch gedruckt, wenn die Schranke schließt). Ich überlegte einen Moment, was ich nun tun sollte. Hinter mir standen schon weitere Autos. Aus einem Impuls heraus fuhr ich einfach los – ohne Ticket. Hinter mir ging die Schranke wieder zu. Nach einer Weile kam ich dann ins Grübeln und dachte mir, dass das wohl eher nicht meine beste Idee war. Wie sollte ich ohne Ticket wieder von der Autobahn runter kommen? Leichte Panik stieg in mir auf, aber schnell gewann die italienische Lebenskultur die Oberhand „Problem lösen wir, wenn es aufkommt“. Tatsächlich kam bis Bologna keine Mautstation. An der Ausfahrt waren nur Automaten und kein Mensch. Ich drückte also etwas unsicher und nervös den Hilfeknopf am Automaten und erklärte auf Englisch mein Problem. Die Stimme fragte mich nur, wo ich aufgefahren bin. Ich antwortete „La Spezia“, der Automat machte Klack und zeigte mir eine Summe an, die Stimme war weg. Ich bezahlte und konnte durchfahren.  Niente problemi.

mit dem Auto nach Italien
Auf Sardinien ist Autofahren eigentlich total stressfrei. Wenn Du durchs Landesinnere fährst, begegnet dir ewig niemand.

Tanken in Italien

Das Benzin ist etwas teurer als in Deutschland, darüber hinaus sind die Preise ähnlich gelagert wie in Deutschland: An der Autobahn ist es teurer wie in einer Ortschaft.

Die Begriffe an den Zapfsäulen: Diesel ist Gasolino, Superbenzin heißt Benzina senza piombo und Super Plus hat den Zusatz Benzina senza piombo 98.

Es gibt in Italien Tankstellen mit Tankwart und/odermit Selbstbedienung und es gibt Tankstellen mit sogenannten Tankautomaten. Die Tankstellen haben in der Regel nur tagsüber auf und in den Abend begrenzt. Die Tankstellen mit dem Hinweis „Aperto 24 ore – also 24 Stunden offen“ sind nicht mit Menschen am Nachtschalter besetzt sondern haben außerhalb der Schalteröffnungszeiten einen Tankautomaten. Die einfachste Variante ist natürlich tagsüber zu den Öffnungszeiten eine Tankstelle mit Menschen anzusteuern. Das Prozedere ist in der Regel ähnlich wie in Deutschland: Ranfahren, tanken und mit der Zapfsäulennummer bezahlen. Manchmal erfolgt dies jedoch direkt an der Zapfsäule und nicht am Schalter. Das erkennst Du durch den entsprechenden Mitarbeiter. Habe auch keine Sorge vor dem Tankwart. Du fährst an die Zapfsäule, entriegelst den Tank. Der Tankwart fragt meist noch mal was für ein Benzin/Diesel und ob voll oder für einen bestimmten Betrag getankt werden soll. Entweder zahlst du direkt bei ihm oder er schickt dich zur Kasse. Der Service ist bereits im etwas teureren Benzinpreis enthalten. Wenn Du eine Tankstelle anfährst achte also auf die Schilder bezüglich Selfservice oder Tankwart und den entsprechenden Preisen.

mit dem Auto nach Italien
Und so sieht ein Tankautomat aus.

Eine Herausforderung ist der Zapfautomat. Du zahlst hier bevor Du tankst. Du fährst an die Zapfsäule, gehst zu dem Automaten, der meist bei den Zapfsäulen zu finden ist. Auch hier kannst Du die Sprache auswählen. Meist nimmt er Kreditkarte, in einigen Fällen auch Bargeld. Du gibst erst die Kreditkarte ein; ich fand es etwas gewöhnungsbedürftig sozusagen blanko die Zahlung zu autorisieren, aber so funktioniert der Automat eben.  Der Automat möchte gern die Pin und im Anschluss daran die Zapfsäulennummer. Du entnimmst die Karte, gehst zum Auto und die Zapfsäule ist freigegeben. Wenn der Tank voll ist, kommt automatisch der Beleg aus dem Automaten. Wenn mehrere Zapfsäulen gerade in der Nutzung sind, achte darauf die richtige Quittung aus dem Automaten zu nehmen. Ich hatte mit einigen der Automaten so meine Schwierigkeiten. Mir hat immer jemand schnell geholfen. Meist musste ich nicht mal fragen, da sprangen mir zwei Mädels zur Seite, deren Eltern gerade an der Nachbarsäule tankten oder auch ein Carabienieri, der tankte. Auch bei meinem ersten Automaten-Tanken, bei dem ich wirklich keine Ahnung hatte, wie das funktioniert, kam schnell jemand und hat es mir erklärt.

Parken/ Parkgebühren

Der Italiener parkt effizient. Autos stehen immer ohne viel Platz hintereinander. Du wirst keine so große Lücken oder verschwendeten Platz sehen wie Du es von Deutschland kennst. Manchmal parkt der Italiener auch kreativ. Du wirst da ganz spannende Möglichkeiten zu sehen bekommen, wo so ein Panda, Fiat 500, eine Ape oder sonst ein kleines Auto hinpasst. Da können wir echt noch viel von unseren Lieblingsnachbarn lernen. Habe ich schon gesagt, dass ich Italien liebe?

Effizient parken bedeutet nicht nur den Platz nach vorne und hinten zu nutzen, sondern auch rechts und links dicht zu parken um keinen wertvollen Parkraum zu verschenken. So musste ich einmal in Portovenere beinahe über den Kofferraum einsteigen. Die Fahrertür ging wirklich nicht auf. Bei der Beifahrertür ging es um Millimeter. Ich konnte mich seitlich bis zur Tür vorquetschen, die Tür einen kleinen Spalt öffnen und mich wirklich sehr mühevoll ohne Atmen und mit sämtlichen Körperteilen einziehen, was vorhanden war auf den Sitz gleiten lassen und dann auf die Fahrerseite klettern. Sofern dein Auto über die Funkfernbedienung die Fenster von außen elektrisch öffnen kann, hast du hier auf jeden Fall noch eine weitere Option 😉 .

In den Innenstädten findest Du selten einen kostenfreien Parkplatz. Hier gibt es eigentlich nur die Möglichkeit des Parkhauses oder des Parkscheins auf der Straße. Hier kommen schnell ein paar Euro zusammen.

In Bologna beispielsweise habe ich mir den Stress mit Fahren und Parken gar nicht angetan. Ich habe mir ein Hotel gesucht mit kostenfreien, zahlreichen Parkplätzen, welches zentralgenug zur Innenstadt lag. 45 Minuten Fußweg oder bequem mit dem Bus. Wenige Meter vor dem Hotel fuhr der Bus direkt bis zu den Due Torri oder der Piazza Nettuno. Auch in Ligurien rund um La Spezia und den Cinque Terre habe ich eher Bus und Zug genommen, da das Fahren hier zwar kein Problem ist, aber eben das Parken mangels Parkplätzen und viele Ortskerne für das Auto gesperrt sind.

In kleinen, nicht ganz so touristischen Orten findet sich eher ein freier Parkplatz. In Touristenorten dagegen bleibt einem auch meist nur der gebührenpflichtige Parkplatz in der Saison. Hier lohnt es sich aber, vorab mal auf die Tarife zu schauen. Wenn man bereit ist ein paar Meter weiter zu Fuß zu laufen statt direkt vor die Tür zu fahren, wird es günstiger. Das kann bei ein paar Stunden bummeln schon etwas ausmachen.

mit dem Auto nach Italien
Auch das ist ein durchaus normaler Parkplatz. Das ist übrigens beim Wegfahren aufgenommen, Morgens stand hier kilometerlang Auto an Auto.

Leider sind auch die viele Strände im Sommer parkgebührenpflichtig. Das wird schnell teuer, da hier durchaus 10 Euro verlangt werden. Auch hier lohnt es sich etwas genauer hinzuschauen bzw sich vorab mal eine kurze Internetrecherche zu gönnen. Häufig findest Du wahlweise günstige Alternativen oder Tipps für kostenfreies Parken. Kalkuliere auch den Parkplatz auf einer Spur an der Landstraße ein. Häufig ist das der „Parkplatz“ um an den Strand zu kommen oder an einen Sightseeingpunkt. Die Straße ist dennoch durchaus befahren. Du hast vielleicht gerade eine der Panoramastraßen in Italien mit ihren Autoschlangen im Sommer vor dem geistigen Auge. Genau so ist auch die Realität im Juli und August. Außerhalb der Saison kannst du sehr häufig kostenfrei auf den großen Parkplätzen parken. Auch das ist übrigens ein Vorteil von Sardinien und auch von nicht ganz so touristischen Orten: Suche Dir eine kleine, schnuggelige Bucht und nicht den bewirtschafteten Haupttouristrand, gehe ein paar Meter mehr und Du hast einen kostenfreien Parkplatz.

Da täglich 10 Euro an einem entsprechenden Parkplatz echt ins Urlaubsgeld gehen kann, lohnt sich die Info und das genaue Hinschauen. Ich finde häufig tatsächlich kostengünstige bzw kostenfreie Möglichkeiten und schone so meine Urlaubskasse.

An Stränden und auf großen Touristenparkplätzen gibt es meist alte Parkscheinautomaten und keine moderne Kassenautomaten. Oft genug ist eine Kartenzahlung nicht möglich. Halte also ordentlich Kleingeld bereit. Eine kleine Herausforderung ist, dass Du bei manchen Automaten Dein Kennzeichen über die Tastatur eingeben musst. In diesem Fall schiebst du die Karte ein oder das Geld, drückst die gewünschte Parkdauer und musst dann die notwendige Kennzeichenkombination eingeben. Das ist nicht immer das ganze Kennzeichen, manchmal auch nur die letzten 4 Zahlen/Ziffern. Die italienischen Kennzeichen sind ja etwas anders als dein deutsches Kennzeichen, von daher muss man da sehr genau schauen. Im Zweifelsfall bitte jemand um Hilfe. Auf den Haupttouriplätzen findest du zwar häufig auch unwissende Ortsfremde wie Du, aber gemeinsam kommt man eher zum Ziel. Sei aber bitte ebenfalls hilfsbereit. Wenn Du weißt wie es geht und jemand anderes nicht, biete Deine Hilfe an. Aber auch hier keine Sorge: Ich habe am Ende immer einen Parkschein erhalten.

mit dem Auto nach Italien
Was mir auch richtig Spaß macht: Am Gardasee auf der Westseite durch die Tunnel cruisen. Und nein, das ist keine Einbahnstraße. Es kommt durchaus Gegenverkehr 🙂

Corona-Regelungen

Wenn Du nicht alleine unterwegs bist, informiere dich vorher auch über die aktuellen Regelungen in Italien zu Corona. Es gibt von Region zu Region verschiedene Vorgaben, beispielsweise zur Anzahl der Haushalte, Personen und Besetzung der Sitzplätze.

Allgemeine Infos findet Ihr beispielsweise beim ADAC: https://www.adac.de/reise-freizeit/reiseplanung/reiseziele/italien/uebersicht/

Infos rund um Corona und den Autoregelungen findet Ihr auch bei der Tourismusbehörde von Italien: http://www.italia.it/de/nuetzliche-infos/update-covid-19-nuetzliche-informationen-fuer-reisende.html

Ganz allgemein noch der Hinweis, dass die Straßen üblicherweise sehr schmal sind, es keine Seitenstreifen oder auch Fußgängerwege gibt. Ausweichen wird hier schwierig und du teilst dir zudem die Straße mit Radfahrern und Fußgängern. Langsamer werden die Italiener deswegen jedoch nicht 😉 Die Vespas kommen natürlich auch noch dazu. Aber irgendwie klappt trotzdem alles. Va Bene.

Auch eine Panne ist lösbar

Solltest Du mal eine Panne haben findest sich dafür auch garantiert eine Lösung. Auch hier ganz klar: Italienier sind herzlich, hilfsbereit und kennen jemand, der jemand kennt… Ich hatte letztes Jahr auf Sardinien eine Reifenpanne. Mir kam in einer enger Kurve mit hoher Geschwindigkeit auf meiner Spur ein Auto entgegen, auch hier kein Seitenstreifen oder ähnliches. Ich konnte nur noch in den Schotter ausweichen und schlitzte mir den Reifen an einer scharfen Kante – vielleicht einem Stein – auf. Ersatzräder hat mein Auto nicht und das Reparaturkit war dafür unbrauchbar. Das passierte Freitags Abends, den Schaden sah ich erst Samstag Morgen. Tja und dann finde Samstags Morgen eine Autowerkstatt, die einen fetten, deutschen Audi-Breitreifen hat – auf Sardinien – auf einer abgelegenen Landzunge ohne Geschäfte oder ähnliches. Denn genau das war das Hauptproblem: Es passierte mir ausgerechnet am äußersten Zipfel Sardinien, der wirklich das Wort „abgelegen“ lebte. Kurzfristig und im August musste ich bei der Unterkunft und der Lage der Unterkunft einige Abstriche machen, mit Auto aber eigentlich kein Problem 🙂

Eine Idee wäre an der Ferienhaus-Rezeption um Hilfe zu bitten, an diesem Samstag hatte jedoch jemand Dienst, den ich vorher als nicht so servierorientiert erlebt habe. Eine schöne Unterkunft aber leider nicht ganz so herzlich in der Organisation, wie ich es sonst von Italien kennen. An jedem meiner anderen Unterkünfte bisher – vom Gardasee über die Toskana bis nach Sardinien hätte ich einfach meinen Vermieter kontaktiert und ich bin mir sicher, der bzw die hätte für mich das mit der Werkstatt geregelt, am Ende sogr noch mit mir einkaufen gefahren und mich bei sich zu Hause auf einen Vino oder zum Essen eingeladen und dabei fröhlich mich in der Familie aufgenommen. Allora, in diesem einem Fall also mal lieber selbst ist die Frau.

Also mal eben eine Google-Recherche gestartet, eine nächste mögliche dörfliche Miniwerkstatt aufgetan in 5 km Entfernung und eine größere Werkstatt in einer größeren Statt 18 km entfernt. Den für dieses Gespräch eher fehlenden italienischen Wortschatz verdankte ich, das ich nicht vorher anrief sondern langsam und vorsichtig losfuhr. Natürlich hatte die nahe kleine Werktstatt nur Montags bis Freitags auf. Also ab zur entfernten Werkstatt. Auch hier kein Englisch, aber mit Gestik, einzelnen Wörter und Übersetzunghilfe konnten die mir den Reifen auf dem Festland bestellen. Und es soll ich sagen: Italien pur. Die Story ist leider zu lang, aber ich hatte richtig Spaß in der Werkstatt. der Blick in die Werkstatt mit den ganzen Mini-Autos mit ihren Mini-Reifen hatte mir gleich meine Befürchtung bestätigt: Kein breiter Audireifen auf Sardinien. Aber niente problemi, der wurde auf dem Festland bestellt und kam vier Tage (zwei Werktage) später mit der Fähre. Vier Tage ohne Auto zwar an einem abgelegenen Ort aber mit zahlreichen wirklichen Traumstränden fußläufig, gutem Essen und Sonne satt lässt sich doch das Zwangs-Füß-Still-Halten nicht allzu schlecht aushalten. Also auch hier der Kern der Botschaft: Es gibt immer eine Lösung.

Abschließend wirklich noch mal der Hinweis: Mache Dir keine Sorgen, fahre einfach los. Solange Du dir wilden Kerninnenstädter großer Metropolen meidest kommst du auch mit impulsiven, wild gestikulierenden und hupenden Vespas, Pandas und Apes klar. Im Gegenteil, viee Strecken sind total entspannend und einfach nur mit viel unfassbar viel italienischen Traumpanorama zu genießen und in allen anderen Fragen helfen Dir die Gastgeber immer weit. Sie sind wirklich großartige, herzliche und einladende Menschen.

Wenn noch Fragen übrig geblieben sind, stelle sie gern in den Kommentaren oder schreibe mir eine Mail. Und jetzt: Andiamo – Auf nach Italien.

Auch interessant: Mein Servicebeitrag zu Fähren und der Fährüberfahrt nach Sardinien. Du findest ihn hier.

mit dem Auto nach Italien
Serpentinencruisen – aber vorsicht. Du teilst Dir auch die Straße mit Radfahrern und Fußgänger.