Steile Felswände, spektakuläre Ausblicke auf den Gardasee und den Monte Baldo und eine leichte Strecke – wer dies als Wanderer sucht, sollte auf jeden Fall die Ponalestraße auf die Liste setzen. Generell ist der Gardasee für den Outdoorsport bekannt und auch für Wanderer ist er ein Eldorado. Wenn du allein unterwegs bist und nicht so einsame, abgelegene Wanderungen bevorzugst, ist diese Strecke absolut perfekt. Die Ponalestraße, die nur für Wanderer und Biker offen ist, befindet sich am Westufer. Ausgehend von Riva del Garda führt der Weg Richtung Limone ins Ledrotal (Val di Ledro).

Da ich gesundheitlich angeschlagen war als ich dort war, bin ich nur eine Teilstrecke gewandert. Von Riva del Garda startend bis zum ersten Einkehrpunkt sind es ca 3,5 km einfache Strecke und dauert zirka eine Stunde. Die Ausblicke auf die Monte Baldo-Berggruppe und den Gardasee sind wirklich spektakulär. Der ganze Weg von Riva del Garda bis ins Val die Ledro ist 8 km lang.

Der Blick auf Riva del Garda

Zur Geschichte: Der Sentiero del Ponale wurde um 1850 erbaut um den Gardasee mit dem Ledrosee zu verbinden. Durch eine Reihe von Tunneln durch die steilen Felswände hindurch wurde so erst der Personen- und Warenverkehr möglich. Zu dieser Zeit war es ein Meisterwerk, welches die Erbauer erschaffen hatten. Es dauerte nicht lange, da wurde der Verbindungsweg vor allem auch militärisch genutzt. Es entstanden verschiedene Verteidigungsstellungen. Wer den Weg von Riva del Garda aus geht hat gleich zu Beginn der Wanderung die Möglichkeit die Überreste der Tagliata del Ponale (Ponalsperre) zu besichtigen. Das ist eine ehemalige österreichisch-ungarische Befestigungsanlage. Vorsicht ist für Kinder und Menschen mit Höhenangst geboten. Es gibt hier keine Absicherungen und es geht jeweils steil die Felshänge hinunter. Der schmale Pfad ist jedoch gut zu erlaufen und die Treppen sind auch jeweils in einem sehr guten Zustand, allerdings eben ohne Geländer.

Hier geht es direkt steil bergab, aber wer die Höhenangst bezwingt, wird mit einem tollen Ausblick belohnt.
Die Welt gehört mir – so fühlt sich eine absoulte Traumroute an.

Ein Weg nur für Wanderer und Biker

Die Ponalestraße ist erst seit 1998 ausschließlich für Radfahrer und Wanderer reserviert und für den Autoverkehr gesperrt. Inzwischen ist er ein sehr gut ausgebauter Schotterweg, der durchgängig gesichert ist. Es geht durch mehrere Tunnel, die meisten kann man außen auch umgehen. Wer die Umgehung wählt hat meist auch noch tolle Ausblicksorte und Rastplätze. Nach ungefähr der Hälfte der Strecke (3,5 km) und einer Stunde Gehzeit kommt das Lokal Ponale Alto. Dies war leider bei meiner Wanderung geschlossen, sah von außen aber wirklich empfehlenswert aus und vor allem: Es hat eine unglaubliche Terrasse mit tollem Ausblick. Ich sehe mich in der Saison hier bei einen Cafe oder einer kalten Erfrischung den traumhaften Ausblick genießend. Dann ist auch die Toilette geöffnet und eine Möglichkeit, sofern Bedarf besteht. Von diesem Punkt aus hört und sieht man auch schon den Wasserfall. Wer nicht Luft und Zeit hat, geht jetzt den Weg weiter zum Ledrosee. Die Strecke ist insgesamt 8 km lang. Entweder planst du den Weg zurück und damit 16 km Wegstrecke ein oder nutzt den öffentlichen Nahverkehr in Form eines Busses zurück nach Riva del Garda.

Der Blick von der obersten Plattform der Festungsruine hinunter auf den Ponalewanderweg.
Der Weg ist eingebettet von steilen Felshängen und dem Gardasee.
Im Sommer hier auf dieser Terrasse einkehren und einfach nur träumen.

Traumhafter Ausblick auf der ganzen Strecke garantiert

Ich bin an dieser Stelle umgekehrt und den Ponaleweg wieder zurück gegangen. Der Weg zurück geht leicht bergab. Die Aussicht ist wirklich unfassbar großartig und das die gesamte Strecke entlang. Den gleichen Weg zurück zu gehen ist daher überhaupt kein Nachteil. Ich kann nicht genug bekommen, auf den See oder die Felshänge zu schauen. Die Wanderung ist für mich auf jeden Fall ein absolutes Highlight. Die Begeisterung dafür endet auch nach der Wanderung nicht. Auf der einen Seite begrenzen die hohen, steilen Felshänge den Weg und auf der anderen Seite der Ausblick auf Riva, Torbole-Nago und das Ostufer des Gardasees. Im Hintergrund erhebt sich der Monte Baldo. Die Sonne scheint und auf dem See sind die ersten Wassersportler unterwegs. Vielerorts siehst du nicht nur das Gardaufer sondern auch auf die weiter unten aus den Tunneln hervorkommende Gardesana Occidentale und die einzelnen Autos, die ihren Weg entweder nach Riva del Garda oder Richtung Limone im Süden suchen. Im Sommer sind hier sicherlich die Autoschlangen zu bewundern. Der Weg selbst ist bis in den Nachmittag mehrheitlich in der Sonne und ist daher sicherlich am schönsten im Frühling oder Herbst und im Sommer dann eher in den Abendstunden, wenn die Sonne hinter den Felshängen verschwindet und nicht mehr so brennt. Der Weg ist natürlich nicht nur bei mir sehr beliebt. Außerhalb der Saison bietet er viel Ruhe und Zeit die Ausblicke zu genießen und in sich aufzusaugen – und natürlich auch für die Fotos. In der Saison, den Ferienzeiten oder auch an den tollsten Wochenenden ist es sicherlich empfehlenswert eher die Randstunden zu nutzen. Wenn du so wie ich nur die kurze Strecke bis nach Pregasina gehst, kannst du deinen Ausflug wunderbar mit dem Besuch von Riva del Garda oder – wenn dich dein Rückweg Richtung Süden führt nach Limone oder Richtung Osten mit Nago-Torbole verbinden.

Aussicht garantiert.
Unten sieht man die Gardesana Occidentale.

Die Fakten in der Übersicht:

Startpunkt

Der Weg beginnt in Riva del Garda am Ortsausgang Richtung Süden (vorbei am Hafen), hinter den letzten Häusern und führt oberhalb der Straße auf den Schotterweg. (Es gibt auch die Möglichkeit im Ledrotal zu starten, auch dort gibt es Parkmöglichkeiten).

Parken

Parken in Riva del Garda in der Nähe des Startpunktes ist leider nur auf den großen, kostenpflichtigen Parkplätzen möglich. Ein paar wenige Plätze am Straßenrand gibt es zwar auch, diese sind jedoch mit Halteverbotsschildern in der Saison markiert. Es bietet sich der Parkplatz direkt am Hafen oder „Monte Oro“ an, da diese die nächstgelegenen Möglichkeiten zum Startpunkt sind.

Länge

Die Kurzstrecke ist einfach 3,5 km, die Strecke bis ins Ledrotral beträgt 8 km als einfacher Weg. Rückweg entsprechend doppelt einplanen.

Toilette

Eine öffentliche, kostenpflichtige Toilette gibt es am Hafen und in der Saison auch am Lokal Ponale Alto.

Rast

An der Strecke gibt es viele Bänke, auf denen ihr eure mitgebrachten Getränke und Snacks verzehren oder einfach Pause machen und die Aussicht genießen könnt. In der Saison bietet das Lokal Ponale Alto eine Einkehrmöglichkeit.

Schwierigkeit

Der Weg ist nicht schwer, festes Schuhwerk ist dennoch empfohlen. Von Riva del Garda geht es leicht bergauf, zurück dann leicht bergab.

Wenn Ihr eine Wanderkarte für die Hosentasche benötigt, diese gibt es am Startpunkt für zwei Euro an einem Automaten.

Weitere Infos und eine Streckenkarte findet Ihr bei diesem Tourenportal:

https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/garda-trentino/auf-dem-ponaleweg-nach-riva-/1487450/

Ein wundervoller Wanderweg.
Fantastisch