Heute zelebriere ich meine Sardinienliebe mit Malloreddus, auch bekannt als Gnocchetti sardi, die traditionell aus Semola hergestellt sind. Malloreddus sind eine der traditionellen Pastasorten auf Sardinien, vielleicht sogar die, die am häufigsten auf den Teller landen. In jeder Ecke wird sie anders serviert, mal mit Fenchel, mal mit Pancetta oder Salsicca Sarda (eine sardische Bratwurst), mal mit Tomatensugo.

Ich kann hier nicht rüber bringen wie glücklich ich bei der Handarbeit war. Für mich ist Sardinien eine solche wundervolle, vielfältige und warmherzige Insel. Und auch die sardische Küche hat mich verzaubert. Am liebsten würde ich auf dieser Insel wohnen, in einem kleinen Häuschen, dieses Gefühl in mir immer haben, mit all meiner Liebe mit meinen Händen die traditionelle sardische Pasta herstellen und eins sein mit dieser außergewöhnlichen Natur. Malloreddus könnte ich übrigens den ganzen Abend machen und euch alle damit versorgen. Ich nehme euch mit diesem Beitrag einmal mit in die sardische Küche und zeige euch, wie ihr euch die Glücksgefühle nach Hause holt.

Die sardische Küche ist eine einfache Küche

Die sardische Küche zeichnet sich vor allem durch Einfachheit aus. Was jedoch nichts über den phantastischen Geschmack aussagt. Und so werden die Malloreddus aus den Zutaten Semola (Hartweizen), einer Prise Salz und etwas Wasser gemacht. Da man den Teig nicht ausrollt, braucht es auch kein Pastaholz oder eine Maschine und das Shaping geht auch mit einer Gabel und ist recht leicht. Diese kleinen Gnocchei eigenen sich also perfekt für den Einstieg in die sardischen Pastasorten.

Sardinien zeichnet sich sehr durch seine Traditionen aus, durch das Wertschätzen von Land und Natur und durch den ruhigen Lebensrhythmus, der hier gelebt wird. Das spiegelt sich auch in der Küche wieder. Eine Sardin macht ihre Pasta einfach selbst. Der Semolateig eignet sich dabei auch hervorragend um die Pasta entweder später zu trocknen und so haltbar zu machen oder einfach einzufrieren. Eine Zutat habe ich eingangs aber vergessen: Es ist natürlich die Liebe.

Wenn ich Malloreddus mache, dann empfinde ich soviel Glück dabei und entfalte so viel Liebe in den Teig und die Form und das schmeckt man einfach. Auch das habe ich gemeinsam mit den sardischen Frauen. Auf Sardinien habe ich gemeinsam mit Maria in Sassari bei ihr zu Hause gekocht und sie hat mir ihr Rezept der Malloreddus verraten. Ich verwende immer die italienischen Zutaten, schreibe aber deutsche Alternativen dahinter.

Malloreddus
Meine Mallereddus in meinem sardischen Korb.
Malloreddus
In Sassari durfte ich mit Maria typisch sardisch kochen.
Malloreddus
Das geht auch mit der Gabel, dann werden nur die Rillen etwas breiter.

Zutaten:

Der Teig ist ein Semola-Teig:

Ihr braucht pro Person 100 g Semola (alternativ deutschen Hartweizengries), 1 Prise Salz und ca 50ml Wasser (quando basta 😉 also das ist nur ein Richtwert, tatsächlich ist die richtige Wassermenge so viel wie eben nötig).

Für die Soße pro Person:

125 g frische, wirklich reife Datteltomaten oder alternativ ½ Dose gute Tomaten aus der Dose. Eine Knoblauchzehe, ½ Zwiebel (ich habe Lauchzwiebeln in diesem Rezept verwendet), etwas Weißwein, Pecorino Sardo (alternativ ein Parmigiano), 1 EL Ricotta und frische Kräuter (glatte Petersilie, Rosmarin und Basilikum).

Rezept

Semola Teig
Semola, Salz und Wasser zu einem glatten Teig verarbeiten und in Folie ruhen lassen.

Teig:

In das Semola formen wir eine Mulde für die Flüssigkeit. Die Prise Salz geben Sie ins Wasser und verrühren es kurz, so dass es sich darin auflöst und geben die Flüssigkeit dann in die Mulde. Jetzt von außen nach innen das Mehl in das Wasser einarbeiten. Kneten Sie den Teig bis er geschmeidig ist. Bei Semola-Wasserteig knetet man in der Regel nicht ganz so lange wie beim Eierteig, aber 7, 8 Minuten sind es sicherlich.

Semolateig ist zwar etwas trockener als der Teig mit Eiern, aber dennoch ist er elastisch. Sollte er zu sehr bröseln ruhig mehr Wasser hinzufügen. Es kann auch sein, dass er in der ersten Minute zu feucht erscheint, die Feuchtigkeit zieht beim Kneten aber nach und nach ein. Einfach Weiterkneten bis der Teig eine gute Textur hat. Den Teig in Frischhaltefolie rund 30 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Sugo:

Sofern keine gestückelten Dosentomaten verwendet werden, die Tomaten waschen und würfeln. Ich habe richtig gute und reife Tomaten bekommen und daher diese verwendet. Aber eine Dose stückiger Tomaten von einer guten Qualität sind total üblich und auch in Ordnung, da direkt ohne lange Logistikwege die reifen Tomaten verwendet werden. Oft bekommen wir in Deutschland ja gar keine reifen und richtig gut schmeckenden Tomaten. Aber nun weiter im Rezept. Die Zwiebel ebenso würfeln oder in Ringe schneiden, den Knoblauch schälen, den Pecorino reiben und die Kräuter waschen und hacken.

Den Knoblauch in einer Kasserolle in Öl anbraten, wenn er anfängt braun zu werden, die Zwiebeln hinzufügen, wenn alles gold wird, den Knoblauch entfernen, die Tomaten hinzufügen, aufkochen und mit Weißwein ablöschen. Die Kräuter hinzufügen, 1 EL Ricotta ebenso hinzufügen und die Soße auf niedriger Stufe weiter vor sich hinköcheln lassen.

Ein Video zum Sugo habe ich auf meinem Instagramchanel: https://www.instagram.com/p/CHmpdDkFlJY/

Den Pastateig in lange Würste rollen. Bei 100 Gramm hatte ich zwei davon. Damit er nicht austrocknet und aber – besonders wenn Sie es zum ersten Mal machen – Zeit bleibt, einfach den nicht benutzten Teig mit der Folie noch mal bedecken. Von den Würsten mit einem scharfen Messer kleine (2 cm) lange Stücke schneiden.

Die Gnocchetti sardi sind wirklich sehr kleine Gnocchi, viel kleiner als bekannten Kartoffel Gnocchi. Die kleinen Stücke drücken wir mit dem Daumen rollend über ein Gnocchibrett oder eine Gabel. Die fertigen Gnocchi können Sie mit etwas Mehl bestäubt auf einem Teller, einem Brett oder wie in meinem Fall einem original sardischen handgefertigten Korb trockenen lassen, bis Sie sie kochen. So kleben sie nicht zusammen.

Das Pastawasser zum Kochen bringen und die Malloreddus hinzufügen. Wie bei Gnocchi kommen diese auch an die Wasseroberfläche, wenn sie gar sind. Auf Grund der kleinen Größe dauert das bei den Malloreddus vielleicht maximal zwei Minuten.

In der Zwischenzeit die Soße noch mal aufkochen, die Gnocchetti hinzufügen und mit dem geriebenen Pecorino im Topf kurz durchmischen und servieren.

Der fertige Teller.
Lecker

Eine weitere sardische Pastasorte sind Lorigittas. Das Rezept habe ich hier.

Die seltenste Pasta dr Welt stammt auch aus Sardinien und ich habe sie in Nuoro gelernt. Ich nehme dich in meinem Beitrag dort hin mit.

Oliena ist eine der kleinen Dörfer im Herzen von Sardinien, in dem man die Tradition nachfühlen kann. Ich stelle dir den Ort hier vor.