Heute nehme ich euch mit zu einem absoluten Traumort für alle Garten- und Naturfreunde am Gardasee. Die Isola del Garda ist die größte Insel auf dem Gardasee und die Einzige in Privatbesitz. Die Insel der traditionsreichen Borghese Cavazza Familie ist nur im Sommer und in Rahmen einer Führung zu besichtigen. Dies ist zwar ein Touristenprogramm, aber es gibt nur einzelne Termine und es sind kleine Gruppen, die vor Ort in deutsche Sprache und in italienische Sprache (und englisch) aufgeteilt werden. Bei der Überfahrt mit dem Boot weht dir eine feine Brise durchs Haar. Die traumhafte Villa, die nicht nur viel Geschichte hat sondern bewohnt ist und damit auch in der Gegenwart und die atemberaubenden Gärten bieten Geschichte, Denkmal aber auch wunderschöne, vielfältige Pflanzen. Der Duft von See, Oliven, Orangen, Rosen, Granatapfel und so vielen mehr ist ein Erlebnis für alle Sinne.

Aber der Reihe nach. Die Insel liegt auf der Westseite des Gardasees direkt vor San Felice del Benaco, genauer der Landspitze San Fermo. Der nächste größere Ort ist Salo. Von Salo und Portese beispielsweise werden Touren angeboten, aber es gibt auch Abfahrten vom Ostufer. Da mein Apartment in San Felice del Benaco war, buchte ich meine Abfahrt vom kleinen Hafen in Portese direkt daneben. Zur angegebenen Uhrzeit stand ich also in voller Vorfreude bei perfektem Sommerwetter am Anleger, das Boot kam pünktlich – direkt von Salo – und die wenigen Teilnehmer am Anleger in Portese stiegen zu. Coronabedingt war die Teilnehmerzahl reduziert, an Bord war jeder zweite Sitz gesperrt, es herrschte Maskenpflicht und beim Zustieg wurde die Temperatur gemessen. Die Überfahrt dauerte nur kurz, dann kam bereits der Anleger und ein kurzer Blick durch die Bäume der Villa ins Sichtfeld. Am Anleger selbst wurden wir sehr herzlich von den beiden Gruppenleiterinnen begrüßt. Die italienische Gruppe wird übrigens von einer der Borghese-Töchter persönlich geführt.

Isola del Garda
Üppige Pflanzenvielfalt und eine prachtvolle Villa

Die venezianische Villa ist eindrucksvoll

Die Führung umfasst die prachtvollen Gärten direkt bei der Villa und deren Außenanlagen. Die Villa selbst wird bewohnt, daher stehen nur zwei Räume im Inneren für die Besichtigung zur Verfügung, die man auch nicht fotografieren darf. Sie geben einen tollen Einblick in das Leben in der Villa. Sprachlos machen jedoch wirklich die Gärten und die Pflanzenvielfalt. Und auch die Villa im neugotischen-venezianischen Stil versetzt einem von außen in permanentes Staunen. Sie wurde erbaut zwischen 1890 und 1903. An dessen Stelle standen in den Jahrhunderten davor Tempel, aber auch ein Kloster, bevor diese prunkvolle Villa entstand. Franz von Assisi nutze unter anderem diesen Ort für seine Meditationen. Schaut euch diese weiße Fassade an, die hohen Fenster, die vielen Verzierungen und zahlreichen Details. Ich gehöre eigentlich nicht zu den Menschen, die vor Häusern und Bauten stehen und die Architektur bewundern, aber dieser Palast berührt mich. Trotz der schwierigen Unterhaltung eines solchen Gebäudes in der heutigen Zeit freut es mich, dass tatsächlich Leben in den Räumen ist und es nicht nur als ein Museum dient. Hier auf dem Balkon oder der Hauptterrasse zu stehen und auf die Gärten und die schimmernden Farben des Gardasees zu blicken verzaubert sicherlich auch nach vielen Jahren immer wieder neu. Wie sehr wünsche ich mir, es mir mit einem Buch auf einer der romantischen Bänke im Garten für ein paar Stunden gemütlich machen zu dürfen und alleine durch die verschlungenen, schmalen Pfade und durch die Hecken zu schlendern.

Auf der anderen Seite der Villa unter ein paar Bäumen sind noch einige Räumlichkeiten der früheren Bediensteten zu sehen. Noch komplett im Betrieb dagegen ist das sehr romantisch anmutende Rosengewächshaus, welches entlang des Weges steht.

Üppige Blütenpracht, intensiver Duft und viele Pflanzenarten

Was diese Insel und den Besuch aber am aller meisten ausmacht ist die Pflanzenvielfalt der Gärten und die Größe, die Blüten und der Duft. Hier werden wirklich alle Sinne angesprochen. Die absolute Blütenpracht, die vom Frühjahr bis hinein in den Herbst üppig zu bewundern ist, stielt der großen Villa aus meiner Sicht die Schau. Da stehen die feinsten Pinien und Zypressen. Die Früchte der Zitronen- und Orangenbäume duften herrlich und tragen zu den vielen Farben ihren Teil bei. Üppig blühende Rosen und Magnolien, Agaven, Kakteen, Palmen und so viele weitere Pflanzen machen diesen Garten zu einem einzigen Paradies. Auch Granatapfelbäume, Feigen und andere Früchte wachsen hier. Die Eigentümerfamilie gestaltet die Gärten nicht nur mit heimischen Pflanzenarten sondern auch mit zahlreichen importierten, mediterran Südländischen. Zwei Stunden Führung verfliegen geradezu und schon endet dieses unvergessliche Erlebnis mit einem kleinen Aperitif und einer Ölverköstigung auf der Terrasse. Denn nicht nur die Isola del Garda gehört der Familie Borghese Cavazza sondern auch ein Weingut, ein Agriturismohof, ein Campinplatz und einen Reiterhof. Alles das direkt gegenüber der Insel auf dem Festland zwischen Portese, San Fermo und San Felice del Benaco. Jeder der Betriebe wird von einem Familienmitglied selbst geleitet.

Isola del Garda
Das Rosengewächshaus

Im Sommer finden zudem im Garten auf der Insel Konzerte und Yogastunden statt – zumindest vor Corona und hoffentlich auch bald wieder.

Informationen zur Insel und den Besuchsmöglichkeiten und Tickets findet ihr unter https://www.isoladelgarda.com