Golfo Aranci ist zwar kein Secret Spot auf Sardinien aber ein Must Visit. Hier warten Traumbuchten, Karibikfeeling, Natur und Delphine auf dich. Knapp 15 km von Olbia entfernt liegt Golfo Aranci im Osten Sardiniens auf einer Landzunge direkt an der Küste des Tyrrhenischen Meeres. Die viel zitierte Costa Smeralda ist ein Katzensprung entfernt. Aber während es am Jetset mitunter ordentlich rund geht, findest du in Golfo Aranci Ruhe und Erholung. Für mich ist es eine Traumregion zum Baden, Relaxen und zum Stand Up Paddeling. Zahlreiche malerische Buchten mit hellen Stränden und kristallklaren Wasser verstecken sich auch in diesem Küstenabschnitt und warten darauf, von dir entdeckt zu werden. Ich zeige dir drei davon und einen Gänsehautmoment.

Golfo Aranci ist ein kleiner Ort mit einer langgezogenen Promenade am Hafen. Von hier aus kannst du einen langen Spaziergang machen, der dich über den Stadtstrand bis über die gesamte Bucht führt. In der Gegend am Hafen findest du auch verschiedene Cafes und Restaurants und auch Parkmöglichkeiten (in der Saison gebührenpflichtig). Zum Ort selbst kann ich euch gar nicht so viel sagen, ich gebe zu, den habe ich geschwänzt.

Für mich steht Golfo Aranci für unfassbare Natur und Strandmomente. Aber nun genug zum Rahmen.  Dass Sardinien die absolute Trauminsel für unendliche, paradiesische Strände ist, ist kein Geheimnis. Es gibt eine große Auswahl für alle Badesüchtigen. Urlauber, die gern eine Liege am Strand mieten möchten und den dazugehörigen Verpflegungsservice haben ebenso viel Auswahl wie die Menschen, die es etwas abseits zieht; die Menschen, die ihre Ruhe vorziehen und die in der Natur auftanken möchten.  Damit ist nicht unbedingt gemeint ausschließlich bewegungslos auf seinem Strandtuch zu liegen. Auch als Wassersportler und Aktivurlauber, der aber gern fern ab des Trubels bleibt, ist Golfo Aranci ein guter Urlaubsspot.

Golfo Aranci
Im Hafen von Golfo Aranci schmiegen sich bunte Fischerbotte, Ruderbote, Schlauchbote und auch JAchten aneinander.
Golfo Aranci
Ein Hauch von Titanic, oder?

Tauchen wir ein in die Atmosphäre von Karibik, feinkörnigen Strand und braungebrannten, glücklichen Menschen in Badeshorts und Bikini.

Strand Nummer 1: Der Stadtstrand

Direkt vor dem Hafen liegt der wunderschöne Stadtstrand von Golfo Aranci in einer langgezogenen Bucht. Kilometerlang zieht sich feinster Strand, das Wasser ist klar und seicht und leuchtet in den wundervollsten azurblauen Farben. Natürlich ist es hier etwas belebter und Teile sind auch bewirtschaftet. Dafür ist es jedoch nah am Zentrum der kleinen Stadt. Der Blick schweift hinaus in die Weite des Horizonts. Moderne Jachten liegen vor der Bucht im Hafen ebenso vor Anker wie malerische, bunte Fischerboote.

Mein absoluter Lieblingsplatz ist ungefähr in der Mitte dieses langen Strandes. Nämlich in erster Reihe mit den Füßen im Strand und kurz vor der Meereslinie in einem der weißen Strandstühle des Ristorante und Lounge Bar La Spigola. Du sitzt unter Kokusnusssonnenschirmen und wirst bestens mit Cappuccino, Espresso, Vino oder Aperol Spritz versorgt während du dich am Anblick der auf dem Meer tanzenden Sonnenstrahlen nicht satt sehen kannst. Auf der Terrasse oder im Innenbereich kannst du die italienische und sardische Küche genießen. Die Location selbst atmet aus jeder Faser Urlaub und Meer. Hier empfindest du Karibikfeeling. Ich war noch nicht auf Kuba, aber genau so stelle ich mir den Strand von Varadero vor. Wie so oft zeigt Sardinien, dass genau hier auf dieser Insel das Paradies ist. Mehr geht einfach nicht. Meine Schwärmerei für die Location ist übrigens unbezahlt und unbeauftragt.

Golfo Aranci
Paradies – der Stadtstrand von Golfo Aranci
Golfo Aranci
Ist das nicht mal eine Aussicht beim Capucchino?
Golfo Aranci
So lässt es sich leben.
Golfo Aranci
Endloser Strand in beide Richtungen
Golfo Aranci
Traumhaftes Wasser – ich kann nicht genug bekommen.

Strand Nummer 2: Spiaggia dei Baracconi

Wenn du genug vom Stadtstrand und dem Hafen hast und etwas ausserhalb des Ortes suchst, dann ist die nächste Möglichkeit die Spiaggia dei Baracconi. Du findest sie, wenn du am Hafen direkt hinter dem Bahnhof die Schotterstraße entlang der Gleise fährst. Zunächst ist die Piste Marke „Off Road“ und die Gegend mit den Gleisen an der Seite nicht wirklich schön. Aber der Weg führt euch wirklich ins Paradies. Rechts zweigt von der holperigen Piste nach zirka einem Kilometer ein Parkplatz ab. Und genau hier versteckt sich die Spiaggia die Barraconi. Mit Blick auf die Isola Figarolo kannst du hier entspannt dein Handtuch ausrollen, schnorcheln, SUPen, schwimmen und bis zum Sonnenuntergang den Tag verbringen. Tipp: auf Wasserlinie Richtung der Isola Figarolo ist ein großes Delphinbecken. Doch dazu komme ich später noch einmal.

Golfo Aranci
Von hier startet auch die SUP-Tour

Strand Nummer 3: Cala Moresca

Cala Moresca
Die hintere Bucht, an der der Schotterweg endet, nach Sonnenuntergang.

Die Cala Moresca hat bei mir tatsächlich einen ganz besonderen Platz. Es sind sogar zwei kleine Buchten. Beide liegen geschützt, haben feinen Kieselstrand, flaches, ruhiges Wasser mit einer Farbpalette in allen nur denkbaren Blautönen. Ein wahrer Traum. Da direkt um die Buchten auch etwas Wald ist, findest du hier auch je nach Tageszeit Schatten. Wer die Unterwasserwelt Sardiniens mit Schnorcheln und Tauchen erkunden möchte ist in der Cala Moresca gut aufgehoben. Links und Rechts der beiden Buchten erheben sich schroffe Felsen. Sie zaubern einerseits die etwas romantische Atmosphäre und sorgen gleichzeitig aber auch für eine etwas geschützte Bucht mit einer entspannte Wasserlinie.

Cala Moresca
Ein Traum: Die Cala Moresca
Cala Moresca
Der Blick von deinem Handtuch aus
Cala Moresca
Dieses Bild ziert meine Küche – exakt an diesem Strand haben wir relativ alleine die Zeit verbracht. Ich bin so dankbar für dieses Paradies.

Die Cala Moresca findest du, wenn du bei der Spiaggia die Baracconi an der Schotterstraße etwa einen Kilometer weitergehst. Das Auto lässt du auf dem Parkplatz stehen. Es gibt keine weitere Möglichkeit mehr zum Parken. Der Schotterweg endet in der hinteren Bucht der Cala Moresca. Du kannst sie also nicht verfehlen. Sie ist dadurch aber auch ein bisschen belebter. Etwas versteckter und mein Tipp ist die erste Bucht. Biegt, bevor der Weg eine Kurve über einen Felsvorsprung macht, rechts auf einen der Trampelpfade im Gebüsch ab und steigt in die erste Bucht hinunter. Der Strand ist etwas kleiner, aber wesentlich weniger frequentiert und geschützter. Anfang Oktober beispielsweise waren wir einmal einen kompletten Nachmittag nur zu sechst an diesem Strand. Bei unserem ersten Besuch war es wie so häufig ein echtes Aha-Erlebnis. Man schlägt sich etwas unsicher ins Gebüsch und plötzlich wird der Blick freigegeben in einen absoluten Traum, wie oben auf den Bildern zu sehen ist. Da stand ich nun und kam aus dem Staunen erstmal nicht raus, bevor wir uns dann weiter durch das Gehölz unseren Weg hinab suchten. Ein Gefühl, wie wenn plötzlich ein Vorhang geöffnet wird und man in eine völlig andere Welt eintritt.

Feinste Natur erdet dich

Direkt hinter der Cala Moresca mit ihren zwei Buchten erstreckt sich ein großes Naturschutzgebiet, das Capo Figari. Das Naturschutzgebiet auf dem Festland hält zahlreiche Wandermöglichkeiten bereit. Der Ausblick vom Strand aus ist direkt auf die Isola Figarolo. Diese ist ein ganz besonderer Ort. Auf der Insel leben Mufflons (Wildschafe) und viele Vogelarten. Klingt gut? Ist auch wirklich gut.

Die ganze Region zeichnet sich durch fantastische Natur aus, atemberaubende Farbenspiele auf dem Meer und feinste Strandabschnitte. Du findest Ruhe, Abstand, Erholung und spürst diesen einzigartigen Spirit, den Sardinien bereit hält. Auf Sardinien ticken die Uhren langsamer. Die Ruhe geht automatisch auf dich über. Um mir diese Magie auch in den Alltag zu holen ziert die Cala Moresca auch den Spritzschutz an meinem Herd in meiner Küche. Damit koche ich immer in Sardinien. Nicht nur Kochen und Pastateigkneten erholt mich sondern auch der Blick hinter Töpfe und Pfannen.

Cala Moresca
Die erste, etwas ruhigere Bucht bietet Zeit zum schwimmen …
Cala Moresca
… Zeit um an den Felsen zu klettern….
Cala Moresca
… und Zeit für Yoga und Kopfstand.

Vielleicht habe ich dich bis hier bereits begeistert. Vielleicht spürst du sogar schon die Erholung der unfassbaren Natur und denkst dir, mehr geht wirklich nicht. Doch, es geht noch mehr. Meinen einzigartigen Gänsehautmoment habe ich ebenfalls hier in der Bucht von Cala Moresca beziehungswiese auf dem Meer vor Golfo Aranci erlebt. Tief Berührt, Gänsehaut, Magie, Unvergesslichkeit und auch ein paar Tränen in den Augen – das sind meine Gefühle, wenn ich an den Tag zurück denke, der tief in meinem Herzen eingebrannt ist.

Mein absoluter Tipp für dich: SUP mit Delphinen

Erlebe den Sonnenuntergang und sehe Delphine vom SUP aus. Für mich ist einer der besten Wege die Schönheit dieser Insel zu sehen auf einem Paddle Board. Dieses magische Erlebnis bietet dir „Sardinia on Board“. Fabio und Claudia lieben ihre Insel und lieben die Zeit auf dem Board. Das geben sie dir weiter. Auch diese Schwärmerei ist unbezahlt und unbeauftragt. Wenn du zu Hause jetzt so richtig Sardiniensehnsucht hast, dann schau bei den Beiden auf dem Instagram Chanel vorbei (https://www.instagram.com/sardiniaonboard). Mit ihren Videos bist du praktisch mitten drin. Wenn du auf der Suche nach SUP und Surf-Erlebnissen bist oder es fundiert lernen möchtest, bist du hier richtig. Werbeblock Ende. Los zum Erlebnis.

SUP Cala Moresca
Die Bucht von Cala Moresca. In dieser Natur konnte ich mehr als drei Stunden paddeln und innere Ruhe und Natur spüren.

Mit Spaß auch ein paar neue Tricks gelernt

Wir treffen uns an der Spiaggia dei Baracconi. Völlig befreit lassen wir alle unsere Sachen inklusive Handy in der Obhut unserer Guides um uns voll auf unseren Trip zu konzentrieren. Fabio hat nicht nur die GoPro am Start sondern auch den Verpflegungsrucksack für uns dabei. Meine Aufgabe also: Genießen und Spaß haben. Das Board gleitet durch sanfte Wellen. Du spürst das Brett unter den Füßen, die Sonne tanzt glitzernd auf dem Meer, das Paddel taucht in das erfrischende Nass, die Farben des Wassers verändern sich vom kristallklaren Türkis bis zum tiefdunklem Blau. Du spürst innere Ruhe, die Weite des Meeres und auch ein bisschen Freiheit.

Wir paddeln zügig, aber auch entspannt zunächst eine ordentliche Runde entlang der Insel und in der Bucht bevor wir in der Cala Moresca eine erste Pause einlegen. Mit frischer Energie geht’s dann in der Bucht an etwas Techniktraining mit Fun-Charakter. Es heißt Balancetraining. Die Übung von der Mitte des Brettes nach hinten auf die hinterste Kante springen klappt überraschenderweise sogar ganz gut. Eine enge Kurve per U-Turn ziehen auch. Der 180 Grad Sprung auf dem Board katapultiert mich dann aber doch ins Wasser. Ich glaube aber noch immer, dass ich selbst das hätte schaffen können, jedoch zu zögerlich gesprungen bin. Ich habe es mir einfach nicht zugetraut. Hätte ich also an mich geklaubt und wäre mit dem Ziel auf dem Board zu landen geprungen statt mit dem Wissen, ab ins Wasser zu fallen, ich hätte vielleicht sogar dieses Wunder geschafft. Aber so kann ich mich bei warmen Temperaturen und intensiven Paddeln im erfrischenden Nass etwas abkühlen. Da alle bei dieser Übung ins Wasser abschmieren ist viel Lachen zu hören. Wir hatten Spaß.

SUP Cala Moresca
Von der Mitte nach hinten aufs Board springen und einen U-Turn machen ging noch …

Gänsehaut und Magie bei den Delphinen

Wir paddeln weiter Richtung der Isola Figarolo. Entlang des Ufers halten wir Ausschau nach seltenen Vögeln. Das Beeindruckende ist, es ist so wunderbar still. Wir alle erleben diese Tour für uns allein und in unseren Herzen. In einer der Buchten auf der Insel Figarolo tanken wir neue Energie. Fabio öffnet seine Kühltasche. Ganz im Italienstyle servieren uns die Beiden einen feinen sardischen Vermentino-Wein, Pane Carasau (sardisches Fladenbrot) und sardischen Pecorino. Es gibt kaum einen perfekteren Spot für einen Aperitivo als dieses besondere Fleckchen Erde. Langsam fängt die Sonne über der Bucht an zu sinken. Zeit für uns wieder aufs Board zu steigen und Richtung Delphine zu paddeln.  

Irgendwann sind wir allein auf dem Wasser

Und jetzt wird es wirklich magisch und unvergesslich. Wir paddeln dem Sonnenuntergang entgegen. Und da diese Romantik alleine nicht reicht, paddeln wir in unserer kleinen Gruppe zu den Delphinbecken und setzen uns auf die Boards. Tatsächlich lugt etwas Delphin aus dem Wasser. Doch immer wieder stören die Motoren von Booten die Stille. Langsam ziehen aber auch die letzten Boote an uns vorbei Richtung Hafen. Die Sonne versinkt immer weiter, wir sind irgendwann allein mit unseren Boards auf dem Wasser.

Es ist völlig still, wir sitzen auf den Brettern, die Füße hängen im Wasser, die Augen sind alle auf den Horizont und die Wasserlinie gerichtet. Allein diese Atmosphäre ist Gänsehaut. Unvergesslich wird es, als tatsächlich die Delphine vor den Boards aus dem Wasser springen. Das sind Momente, die mich unfassbar tief berühren und mich nie mehr loslassen. Ich bin in diesem Augenblick dankbar. Dankbar dafür, dass ich diese Magie erleben darf. Dankbar, dass ich so reich beschenkt wurde. Wieder einmal zeigt mir die Welt, dass sie am schönsten ist, wenn sie unberührt ist, wenn der Mensch ganz still in den Hintergrund tritt und die Natur in den Vordergrund und erwacht.

SUP Cala Moresca
Das Strahlen geht mir den ganzen Tag nicht aus dem Gesicht.

Noch mehr Sardiniensehnsucht und Lust auf Mehr fernab von Massen? Dann schau mal in diesem Beitrag vorbei.